Bürgerbrief Nr. 3

Liebe Bürgerinnen und Bürger von Rech,

durch Beschluss des Gemeinderats im Dezember 2021 und dem daraus resultierenden Abbruchantrag vom 17.12.2021 hat die Kreisverwaltung Ahrweiler mit Schreiben vom 14.11.2022 den Abbruch der Nepomukbrücke genehmigt.

Mit Bürgerbrief „ZWEI“ vom 16.11.2022 habe ich über die Ausführungen der denkmalrechtlichen Genehmigung zum Vollzug es Denkmalschutzes berichtet.

Zwischenzeitlich wurde der Ortsgemeinde ein zweites Gutachten, das von der „Stiftung Deutsche Denkmalschutz in Auftrag gegeben wurde, übergeben.

Wie am 21.11.2022 mitgeteilt habe ich dieses Gutachten, erstellt von Herrn Dipl. Ing. Stolarsky, dem Gemeinderat vorgelegt und durch die SGD Nord prüfen lassen.

Die SGD Nord kommt zu folgendem Ergebnis:
Herr Stolarsky gibt in seinem Gutachten keine Hinweise zu der statischen Grenzfallbetrachtung „Kippen eines Einzelbogens unter Wasserdruck, Ergebnisse des Tauchgangs, Hydraulische Untersuchung der Ahr in Rech im Bereich der Nepomukbrücke.
Zitat:
(…) Im Gegenteil, das Gutachten von Herrn Stolarski ist ausweislich des Projekttitels auf die „Begutachtung des Zustandes von 4 denkmalgeschützten und von der Flut beschädigten Brücken im Ahrtal“ gar nicht darauf ausgerichtet. Hydraulische Nachweise mit dem Ziel, die Auswirkungen auf Anlieger und Oberlieger zu ermitteln, werden daher weder qualitativ noch quantitativ geführt. Die im Gutachten geäußerten Wünsche zum Hochwasserschutz im Oberlauf sind als Bewertungsgrundlage nicht brauchbar. (…)

Aus allem ergibt sich, dass die Schlussfolgerungen (…) an die untere Denkmalschutzbehörde bei der Kreisverwaltung Ahrweiler weiterhin Bestand haben.
Zitat Ende

Unabhängig davon wir seitens der SGD dringend auf die Ergebnisse des Tauchgangs verwiesen: Dort steht unter Empfehlungen geschrieben:
„Mit den vorhandenen Unterspülungen ist die Standsicherheit bei einem Hochwasserereignis nicht mehr gegeben. Bitte bereiten Sie sich darauf vor, dass dieser Schadenfall im Ist-Zustand bei einem nicht nur unbedeutendem Winterhochwasser eintreten kann.“

Liebe Bürgerinnen und Bürger von Rech!
Aus diesen Ausführungen ergibt sich, dass die Abbruchgenehmigung nicht infrage gestellt werden kann, bzw. darf. Es besteht sogar Gefahr, dass die Brücke bei einem ganz normalen Winterhochwasser sofort einstürzen kann.
Ein etwaiger Widerspruch ist aufgrund der Faktenlage völlig ausgeschlossen.
Der Schutz von Menschenleben steht vor dem Denkmalschutz und hat höchste Priorität.
Lassen Sie uns gemeinsam überlegen, ob wir Steine der Brücke verwenden wollen, bspw. für den Aufbau des Bildstocks, in einer Wand des neuen Dorfgemeinschaftshauses, oder ähnliches. Teilen Sie mir gerne Ihre Ideen mit, auf die ich mich freue!

Ihr Benjamin Vrijdaghs, Ortsbürgermeister